Über Alpha-Mannosidose

α-Mannosidose ist eine seltene Lysosomale Speicherkrankheit (LSK oder aus dem Englischen LSD), die durch Mutationen in dem Gen verursacht wird, das das Enzym α-Mannosidase kodiert. Dieses Enzym ist eine Exoglykosidase, die α-gebundene Mannosereste von N-gebundenen Oligosacchariden abspaltet. Wenn das Enzym
α-Mannosidase beschädigt ist, wird der Abbau der Glykoproteine blockiert, und es kommt in allen Geweben zu einer fortschreitenden Anhäufung von mannosereichen Oligosacchariden, was zu einer Beeinträchtigung der Zellfunktion und zur Apoptose führt.1

about-alphamannosidosis

Diese gestörte Zellfunktion wirkt sich dann auf verschiedene Organsysteme aus, und resultiert im typischen Erscheinungsbild mit Skelettdeformationen, groben Gesichtszügen, Hörstörungen/Hörverlust, kognitiven Störungen, Immundefekten und einer Beteiligung des zentralen Nervensystems.1

Die Prävalenz der α-Mannosidose ist nicht genau bekannt. In einer Reihe von Berichten aus verschiedenen Ländern wird jedoch geschätzt, dass die Erkrankung weltweit bei etwa einem von einer Million Neugeborenen auftritt.2

Sie wird häufig mit einem multidisziplinären Ansatz diagnostiziert und behandelt, an dem Kinderärzte, Orthopäden, Augenärzte, Ohrenärzte, Neurologen, Immunologen, Neurochirurgen und Physiotherapeuten beteiligt sind.3
α-Mannosidose ist eine fortschreitende Erkrankung, und sollte bei Patienten und Patientinnen mit geistig-kognitiven Störungen, Skelettveränderungen (z. B. geschwollene Gelenke, gekrümmte Wirbelsäule), Hörverlust und wiederkehrenden Infektionen in Betracht gezogen werden. Obwohl Kinder mit dieser Erkrankung oft scheinbar gesund geboren werden, verschlechtert sich ihr Zustand dann mit zunehmendem Alter. α-Mannosidose kann sich in vielerlei Hinsicht auf die Lebensqualität der Patienten und Patientinnen auswirken, unter anderem in der Fähigkeit, unabhängig zu leben, soziale Kontakte zu knüpfen oder eine Arbeitsstelle zu finden.3,4

Krankheitsmechanismus

Grundlagen der α-Mannosidose

Grundlagen der α-Mannosidose

  1. Borgwardt, L. et al. Alpha-mannosidosis: correlation between phenotype, genotype and mutant MAN2B1 subcellular localisation. Orphanet J Rare Dis 10, 70 (2015).
  2. Beck, M. et al. Natural history of alpha mannosidosis a longitudinal study. Orphanet J Rare Dis 8, 88 (2013).
  3. Borgwardt, L., Lund, A. M. & Dali, C. I. Alpha-mannosidosis – a review of genetic, clinical findings and options of treatment. Pediatr Endocrinol Rev 12 Suppl 1, 185–191 (2014).
  4. Malm, D. & Nilssen, Ø. Alpha-mannosidosis. Orphanet Journal of Rare Diseases 3, 21 (2008).